Naturdenkmale

Naturdenkmale sind durch Rechtsverordnung festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur, deren besonderer Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist.

Im Landkreis Mainz-Bingen gibt es derzeit 36 Naturdenkmale. Dabei handelt es sich um 18 Baumgruppen oder -reihen, 10 Einzelbäume und 8 sonstige Objekte. Der naturgeschichtliche oder landeskundliche Aspekt ist für Naturdenkmale typisch. Um die Jahrhundertwende wurden beispielsweise vielerorts die Straßen, die zu den neu erbauten Bahnhöfen führten, als Lindenalleen angelegt. Die mächtigen Lindenbäume in den Bahnhofstraßen in Sprendlingen, Klein-Winternheim und Undenheim genießen heute den Status eines Naturdenkmales. Auch auf Friedhöfen, an Kirchen oder an alten Weingütern haben Baumveteranen die Zeit überdauert und zeugen heute als Naturdenkmale von besonderen Orten oder besonderen Anlässen. Hervorzuheben sind die großen Friedens- oder Kaisereichen, beispielsweise in Bacharach und Selzen.

Das mächtigste und schönste Naturdenkmal im Landkreis ist die Rosskastanie auf dem Friedhof in Ockenheim. Der Baum ist fast 350 Jahre alt, hat eine Höhe von 25 Meter und einen Stammumfang von rund 5 Meter erreicht.

Neben Bäumen gibt es auch "Steinerne Naturdenkmale". Auch sie lassen einen naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Bezug erkennen. Die "Fossilienführende Klippe" im Leimbachtal in Bacharach ermöglicht dem Fachmann einen Einblick in die Erdgeschichte. Sie vermittelt einen Eindruck von den Entstehungsbedingungen und Lebensverhältnissen im Hunsrückschiefer-Meer. Ebenfalls für den Geologen besonders interessant ist das Naturdenkmal "Goethestein" in Bingen-Kempten. Das Gesteinskonglomerat gibt Aufschluss über den mannigfaltigen Aufbau des Rochusberges. Dieses Gestein, das an mehreren Stellen des Rochusberges zutage tritt, erregte bereits 1814 die Aufmerksamkeit von Goethe. Ob der Naturforscher Goethe nun gerade diesen "Stein" betrachtete oder andere Konglomerate untersuchte, ist nicht belegt.