Grundwasserschutz und Ölunfälle

Grundwasser

Grundwasser ist unterirdisches Wasser, das die Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt. Eine Gefährdung oder Beeinträchtigung des Grundwassers kann verschiedene Ursachen haben, nachstehend einige Beispiele:
  • unsachgemäßer Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, zum Beispiel Altöl, Heizöl, Chlorkohlenwasserstoff, Benzin,
  • falsche oder unzulässige Abfallbeseitigung,
  • unsachgemäßer Einsatz von Mineral- beziehungsweise Wirtschaftsdünger (Jauche, Gülle, Stallmist) und Pflanzenbehandlungsmittel aus Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau,
  • Erdaufschlüsse, zum Beispiel Kiesgruben und Auffüllen derselben mit Abfällen,
  • Straßenstreusalze und Straßenabschwemmungen,
  • undichte Kanalisation beziehungsweise Schädigung derselben durch häusliche Abwässer und Indirekteinleiter.
Grundwasser unterliegt dem Gewässerschutz. Gewässer sind Bestandteile des Naturhaushalts und so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und dem Nutzen Einzelner dienen.

Eine Benutzung des Grundwassers (Entnehmen durch Brunnen, Zutage fördern, Ableiten, Einleiten von Stoffen) bedarf grundsätzlich der Erlaubnis der jeweils zuständigen Wasserbehörde. Auskunft und Beratung ist durch die Untere Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen möglich.


Mineralöl

Mineralöle sind wassergefährdende Stoffe. Sie sind geeignet, Gewässer zu verunreinigen oder sonst in ihrer Eigenschaft nachteilig zu verändern. Theoretisch kann 1 Liter Öl 1 Million Liter Wasser verseuchen.

Bei Autounfällen, bei Standplätzen defekter Kraftfahrzeuge, bei nicht ordnungsgemäß durchgeführtem Ölwechsel, bei Autoreparaturen und undichten Öltanks oder bei der Befüllung von Heizöltanks können kleinere oder größere Ölmengen in den Boden und somit ins Grundwasser gelangen.

Läuft Öl bei einem Unfall aus oder droht in ein Gewässer, in eine Abwasseranlage oder in den Boden einzudringen oder ist bereits eingedrungen, so ist umgehend die zuständige Feuerwehr und die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung zu benachrichtigen.

Bei Schadensfällen beim Umgang (Lagern, Abfüllen und Umschlagen) mit sowie Transport von wassergefährdenden Stoffen erfolgt entweder eine Gewässerverunreinigung (oberirdische Gewässer, Grundwasser) oder sie ist zu besorgen.

Nach Anzeige eines Schadensfalls mit wassergefährdenden Stoffen bei der Unteren Wasserbehörde wird ein Ortstermin durchgeführt.

Falls erforderlich (Ausmaß der Kontamination) wird ein Vertreter der zuständigen Fachbehörde (Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Regionalstelle Wasser-, Abfallwirtschaft und Bodenschutz, Mainz) dazugebeten.

Gemeinsam mit der Feuerwehr und den gegebenenfalls noch vor Ort befindlichen Hilfsdiensten werden Sofortmaßnahmen (Abdichten der Leckage, Abdichten von Kanaleinläufen, Abstreuen mit Ölbindemittel) durchgeführt. Anschließend wird eine Schadensforschung (horizontale und vertikale Eingrenzung des Kontaminationsbereichs) und die erforderliche Sanierung (zum Beispiel Auskofferung und ordnungsgemäße Entsorgung des kontaminierten Erdbereichs) unter Einschaltung eines Ingenieurbüros für Umwelt veranlasst.

Die Kosten werden dem Verursacher (seiner Versicherung) auferlegt (Einziehung durch Kosten-/Leistungsbescheid).

Bei tropfenweisen Ölverlusten eines Kraftfahrzeuges auf versiegeltem Untergrund handelt es sich um ein Kraftfahrzeug in einem nicht ordnungsgemäßen Zustand. Hier ist die zuständige Ortspolizeibehörde (Stadt-/ Verbandsgemeindeverwaltungen, Gemeinde Budenheim) zu verständigen.

 

Formulare und Publikationen zum Download (PDF):