Eisenbahnschwellen-Kataster

Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen erfasst alle Grundstücke im Landkreis, auf welchen Eisenbahnschwellen verbaut wurden und erstellt hierüber ein Eisenbahnschwellen-Kataster.

Bild mit waagrecht angeordneten EisenbahnschwellenEntsprechend unserem Selbstverständnis als bürgerfreundliche Verwaltung sehen wir es als unsere Aufgabe an, die Bürger des Landkreises Mainz-Bingen über die umwelt- und gesundheitsgefährdenden Auswirkungen von Eisenbahnschwellen zu informieren.

Über die umweltrelevanten Aspekte von Eisenbahnschwellen haben wir Folgendes zusammengefasst:
Eisenbahnschwellen wurden in der Vergangenheit mit Teerölen als Holzschutzmittel imprägniert. Teeröle bestehen aus polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Sie enthalten in hoher Konzentration Benzo(a)pyren, welche umweltgefährdend und für den Menschen als gesundheitsschädigend bekannt sind. Die krebserzeugende Wirkung bei Hautkontakt ist erwiesen.

Teeröle weisen durch ihre wasserabstoßenden Eigenschaften eine große Auslaugbeständigkeit auf, und sind deshalb auch nach langer Zeit noch im Holz vorhanden. Eine Gefährdung der Böden und der Nahrungsketten Boden- Pflanze- Mensch und Boden- Grundwasser- Mensch ist nicht auszuschließen.
Auf Grund dessen gelten Teeröle als gefährliche Erzeugnisse und sind somit besonders überwachungsbedürftige Abfälle. Sie müssen laut Gesetz entweder ordnungsgemäß und schadlos verwertet oder in dafür zugelassene Abfallbeseitigungsanlagen beseitigt werden.

Der gewerbliche Abfallerzeuger muss einen Entsorgungsnachweis über die Zulässigkeit der vorgesehenen Entsorgung bringen. Auch bei nicht schädlich verunreinigten Bahnschwellen muss ein vereinfachter Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung vorgelegt werden.

Die Gefahrenstoffverordnung (GefStoffV) sieht bereits seit Jahren vor, dass Holzschutzmittel auf der Basis von Teerölen und Holz, welches mit entsprechenden Holzschutzmitteln behandelt ist, nicht mehr verwendet werden dürfen.

Mit der letzten Änderung der Gefahrenstoffordnung vom 15.10.2002 wurden die bis dahin noch zulässigen Ausnahmen stark eingeschränkt. Mit Teeröl behandelte Hölzer, wie z.B. Eisenbahnschwellen, dürfen laut Gesetz nur noch für gewerbliche und industrielle Zwecke gemäß dem ursprünglichen Herstellungszweck (Gleisanlagen) verwendet werden. Der Einsatz durch private Endverbraucher verstößt daher gegen das Verwendungsverbot der Gefahrenstoffverordnung.

Bild mit senkrecht angeordneten EisenbahnschwellenLaut Gesetz ist der Grundstückseigentümer verpflichtet, Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen zu treffen. Diese Vorsorgepflicht erstreckt sich auch auf das Einbringen von Materialien auf und in den Boden.
Wasserrechtliche Bestimmungen sind einschlägig, wenn die Besorgnis einer Verwendung der Bahnschwellen eine nachteilige Veränderung des Grundwassers verursacht.

Der vorschriftswidrige Umgang mit gefährlichen Abfällen wie z.B. Eisenbahnschwellen kann zur Bestrafung nach dem Strafgesetzbuch mit Geld- oder Freiheitsstrafen führen.
Unser Anliegen ist es nun zum einen den Bürger zu informieren und zum anderen ein Eisenbahnschwellen-Kataster für den Landkreis Mainz-Bingen zu erstellen.

Ansprechpartner/innen

Herr Brandmüller
Tel.: 0 61 32 / 787-51 18
E-Mail an Herrn Brandmüller

Herr Hänsler
Tel.: 0 61 32 / 787-51 19
E-Mail an Herrn Hänsler

Frau Schantz
(nur Di. & Do. jew. vorm.)
Tel.: 0 61 32 / 787-51 17
E-Mail an Frau Schantz