Kreisjagdbilanz: Eintopf und Klimawandel erhöhen Population

12. Mai 2017


Das Jagdjahr 2016/17 ist vorüber – die Untere Jagbehörde zieht Bilanz für den Kreis Mainz-Bingen. Die Pflege von Biotopen durch die Jägerschaft ließ vor allem die Hasenpopulation wachsen: Der sogenannte „Eintopf“, verschiedene Gräser und Wildkräuter auf neu angelegten Grünstreifen oder Wildäckern,  schmeckt den Hasen.  Die Abschussrate stieg um 510 Tiere auf 1.180 im Vergleich zum vorangegangenen Jagdjahr.

Klimawandel und milde Winter haben ebenfalls Einfluss auf die Jagdzahlen: Zugvögel wie Graugänse fühlen sich auch in den kälteren Monaten dauerhaft wohl in Deutschland, das für die Vögel sonst nur Transitland ist. Dazu gesellen sich die heimischen Gänsearten. Treibende Getreide-, Obst- und vor allem Rapspflanzen bieten ausgiebige Futterquellen – sehr zum Ärger der Landwirte. Erhebliche Wildschäden und Ernteeinbußen sind die Folge. Zum Schutze der Landwirtschaft wurden im Landkreis 604 Gänse geschossen, rund 250 mehr als im vorhergegangenen Jagdjahr.

Ein wiederkehrendes Problem für Mensch und Tier ist das Tollwutaufkommen. Überträger sind vor allem Füchse, die über Speichel andere Tiere anstecken. „Oftmals sind das unangeleinte Hunde, mit denen die Besitzer im Wald spazieren gehen und unbeobachtet auf einen Fuchs treffen“, so Kreisjagdmeister Gerd Neher. Im vergangenen Jagdjahr wurden insgesamt 1.711 Füchse geschossen, um den Bestand auf einem gesunden Bestand zu halten. Tollwuterkrankungen wurden keine festgestellt. Generell gilt: Für auffällig erscheinende Tierkadaver – ob erlegt oder durch einen Verkehrsunfall verendet – sind spezielle Untersuchungen angeordnet. Hintergrund ist das Tollwutmonitoring: Tollwutsperrbezirke können so genau ausgewiesen und eingedämmt werden. Im Kreis Mainz-Bingen gibt es solchen Sperrbezirke nicht, wie im gesamten Bundesland Rheinland-Pfalz.

Stabil hingegen blieben die Jagdzahlen von Schalenwild: Die 1.793 Stück Rehwild, 317 Stück Rotwild und 754 Stück Schwarzwild ergeben sich aus den erlegten Tieren und dem Fallwild, also durch Krankheit oder Verkehrsunfälle verendeten Tieren im Jagdjahr 2016/17. Ein Jagdjahr dauert immer vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres.

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